Militärübung „Avenger Triad“ – wir protestieren


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Militärübung „Avenger Triad“ – wir protestieren
Oktober 20, 2026

Vom 6. bis zum 15. Oktober fand in verschiedenen Nato-Ländern die Übung „Avenger Triad“ statt, bei der die Befehlsketten für die ersten Militärschläge in einem möglichen dritten Weltkrieg simuliert wurden. Eine der Kommandozentralen befand sich dabei leider wieder einmal hier bei uns in der Clay-Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim – ein eindeutiger Verstoß gegen Paragraph 69 der hessischen Landesverfassung, der besagt, dass von hessischem Boden kein Krieg ausgehen darf. Deshalb haben wir die folgende Pressemitteilung veröffentlicht:
Das Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung verurteilt scharf die neuerliche NATO-Herbstübung mit Kommandozentrale in Wiesbaden. Warum eine solche Übung mit dem Feindbild Russland, wenn man doch selbst die klare militärische Überlegenheit der NATO hervorhebt? Die russische Führung weiß dies, mithin, dass ein Angriff auf ein NATO-Land zumindest den Untergang Russlands bedeuten würde.
Nun soll bei der Übung angeblich die Abwehr eines russischen Angriffs simuliert werden. Die Abwehr soll darauf abzielen, „die gegnerische Führung und Kontrolle zu zerstören“ – also ein Angriff weit hinein nach Russland? Ist das noch Abwehr? Könnte es nicht auch Situationen geben, in denen die USA oder die NATO es für günstig halten könnten, Russland anzugreifen?
Immerhin wurde auch schon simuliert, in wie viel Minuten man die russische Enklave Kaliningrad vernichten könnte. Ein Kommandeur einer in Mainz-Kastel stationierten Einheit, die u.a. für Aufklärung und elektronische Kriegsführung zuständig ist, hat erklärt, „die Truppen müssten der Kriegsführung Prioriträt einräumen“ – natürlich im Ernstfall durch einen Sieg gegen Russland. Und bereits einsatzfähige Hyperschallraketen sind anerkanntermaßen reine Angriffswaffen.
Schon bei dem letztjährigen Manöver hat die FAZ getitelt: „Mit KI und Robotern gegen die Russen“. Gerade der Einsatz von KI, aller Arten von Sensoren und Hightech-Drohnen muss allergrösste Besorgnis auslösen. Reaktionszeiten, etwa zur Abklärung eines möglichen Fehlalarms, gehen gegen Null. Ein großer Krieg kann aufgrund der irrigen Annahme über einen vermeintlichen Angriff ausgelöst werden. Und wenn eine auch bei dem Manöver beteiligte neue Einheit in der Clay-Kaserne zur „Sicherung der NATO-Ostflanke“ neue weitreichende Drohnen, gesteuert von Wiesbaden aus, entwickeln und testen will, so darf angenommen werden, dass es bereits eine Planung und Steuerung von konkreten Kriegseinsätzen von hier aus gibt. Die New York Times hatte unwidersprochen am 29.03.2025 hierüber berichtet. Dabei sollte doch gemäß dem in Verfassungen verankerten Friedensgebot von deutschem Boden kein Krieg mehr ausgehen! Also besser, statt solcher Manöver, unter Beteiligung hoher Militärs Friedens- und Abrüstungsverhandlungen zur Schaffung wechselseitiger Sicherheit für ein Leben in Frieden und ohne Bedrohung.
Am 6.11. von 14 bis 16 Uhr protestieren wir mit einer Mahnwache vor dem Haupteingang der Clay-Kaserne gegen die rücksichtslose und verfassungswidrige Militarisierung Wiesbadens und Hessens. Kommt zahlreich mit weithin sichtbaren Friedensbannern! Nie wieder Krieg!
Bündnissprecher: Gerhard Strauch, Jan Menning, Manon Tuckfeld und Albert Meyer
Militärübung „Avenger Triad“ – wir protestieren – Wiesbadener Bündnis gegen Raketenstationierung