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Alternativen zum Kapitalismus suchen

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Bernd Lachmann
Beiträge: 4
Themenstarter
(@bernd-lachmann)
New Member
Beigetreten: Vor 6 Monaten

Die Regionalgruppe Brandenburg an der Havel und Umgebung beschäftigt sich schon seit 2 Jahren mit dem Thema: „Welche Alternativen gibt es zur kapitalistischen Gesellschaft?“

 

Von Anfang an herrschte Einigkeit darüber: Wir wollen keinen sozialeren Kapitalismus, wir wollen keinen grünen Kapitalismus – wir wollen gar keinen Kapitalismus!

Aber wie soll die Gesellschaft aussehen, die wir uns als zukunftsfähige Gesellschaft wünschen?  DIE LINKE strebt in ihrem Parteiprogramm den „demokratischen Sozialismus“ an.  Verstehen die Menschen den Inhalt dieser beiden Worte und sehen sie als Alternative?

 

Wir haben die Entwicklung der Menschheit von der Urgesellschaft bis heute analysiert und festgestellt, dass es ganz am Anfang noch ein gemeinwohlorientiertes Zusammenleben der Menschen gab.  Es entwickelten sich im weiteren Verlauf der Entwicklung „Pyramidengesellschaften“, in denen Wenige über Viele herrschten.  Sklaverei >>>> Feudalismus >>> Kapitalismus.

Sehen wir uns die Gesellschaftspyramide der BRD an.  Wer sollte an der Spitze der „Demokratie“ stehen? Der Souverän – das Volk!  Aber in der parlamentarischen Demokratie steht nicht einmal die Regierung an der Spitze der Gesellschaftspyramide.  Ganz oben stehen die REICHSTEN, die Think Tanks,  die Lobbyisten. Nachfolgend sichern Staatsorgane und Regierung den Erhalt der Pyramide, die Mehrheit der Menschen wird regiert und darf sich damit begnügen alle 4-5 Jahre ihre Stimme abzugeben. Mitsprache und Mitbestimmung Fehlanzeige.

Auch der Sozialismusversuch in der DDR war durch eine Gesellschaftspyramide gekennzeichnet. Hier wurde die „Diktatur des Proletariats“ umgesetzt – tatsächlich äußerte sich das in der Macht und der führenden Rolle der SED.

Dieser Versuch scheiterte durch zahlreich begangene Fehler, wodurch der Begriff „SOZIALISMUS“ für viele Menschen „verbrannt“ und keine Alternative mehr ist.

Wir stehen vor der größten (Welt)Wirtschaftskrise seit den letzten 90 Jahren und einer erneuten Bundestagswahl.

Wir müssen den Bürgern /Wählern konkrete Antworten geben, wie wir die Gesellschaft so verändern können, dass Mensch-Natur-Tier-Umwelt Überlebenschancen haben.

Ein AUFSTEHEN-KONGRESS im Frühjahr 2021 sollte also das Thema: „Alternativen zum Kapitalismus“ als ein Schwerpunktthema betrachten.

AUFKLÄREN >>> AUFWACHEN >>> AUFSTEHEN >>> und wissen, wohin der richtige Weg geht!

Mit solidarischen Grüßen

Bernd Lachmann

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10 Antworten
Sandra Barczyk
Beiträge: 3
(@sandra-barczyk)
New Member
Beigetreten: Vor 6 Monaten

Sehe das ähnlich wie Bernd, aber ich denke wir brauchen soziale Demokratie. Und somit wäre für mich das Schwerpunktthema die "soziale Frage". Aufstehen sollte in erster Linie für ökonomische Gleichheit stehen. Es gibt etliche Friedensbewegungen und Umweltbewegungen mit denen wir uns vernetzen müssen.

Gerade jetzt ist die "soziale Frage" so wichtig wie nie zuvor:

  • Altersarmut
  • Rente
  • Mindestlohn
  • Hartz IV
  • Daseinsfürsorge ( Strom, Gas, Wasser, Lebenshaltungskosten )
  • Mieten
  • Gesundheit....

Wenn wir mit der "sozialen Frage" etwas bewirken wollen, müssen wir diese standhaft verteidigen und mit Hochdruck in diese Richtung arbeiten. Es ist möglich alle diese Punkte zu lösen --> weg vom Kapitalismus hin zu sozialer Demokratie.

 

Mit solidarischen Grüßen

Sandra Barczyk

Antwort
4 Antworten
Bernd Lachmann
(@bernd-lachmann)
Beigetreten: Vor 6 Monaten

New Member
Beiträge: 4

Liebe Sandra, die Probleme, die Du aufzählst sind richtig. Sie sind die Symptome einer kapitalistischen Gesellschaft, die in der kapitalistischen Gesellschaft nicht gelöst werden können.

Wir müssen von den Symptomen zu den Ursachen vorstoßen, um diese zu erkennen und zu beseitigen.

Der Kapitalismus muss weg, es muss aber auch klar sein, was danach kommt.

Das könnte eine soziale Demokratie sein und auch so heißen. Aber was kennzeichnet diese Gesellschaft?

Welche Eigentumsformen gibt es? wie funktioniert diese Demokratie? Welche Rolle spielen Parteien und gibt es sie überhaupt noch? Und viele Fragen mehr, die beantwortet werden müssen.

Wir selbst brauchen diese Antworten, damit wir wissen wohin der Weg geht. Und dann müssen wir die Menschen davon überzeugen, dass sie diesen Weg mitgehen wollen.

 

 

Antwort
hansjuergen_p
(@hansjuergen_p)
Beigetreten: Vor 6 Monaten

Active Member
Beiträge: 7

@bernd-lachmann

 

Hallo Bernd,

ein Hallo in die Diskussionsrunde!

mit eurem Diskussionsstand in der Regionalgruppe Brandenburg an der Havel habt ihr sicher einen gewissen Vorsprung in gemeinsamer Auseinandersetzung, wir in der AG Wirtschaft&Soziales in Berlin sind in der Erarbeitung gemeinsamer theoretischer Grundlagen noch nicht weit, trotzdem ist es wichtig, praktische Politik, Aktionen auf der Straße oder Flyer zu machen.

Und natürlich ist es nun unsere Aufgabe, uns auf das Wahljahr 2021 inhaltlich vorzubereiten.

Auch bei uns ist es immer wieder schwierig, realistische Forderungen mit emanzipatorischen so zu verbinden, dass sie z. B. nicht die Umverteilung von unten nach oben verstärken oder wichtige Ziele wie den Umweltschutz zugunsten vermeintlich wirtschaftlich notwendiger Forderungen hintenanzustellen.

In jeder sozialen Frage steckt auch die Frage nach den Ursachen und ihrer Beseitigung

und die Antwort sollte immer auch für beides einen Ansatz bieten. Die Lösung sollte die soziale Lage verbessern und die Ursachen anpacken statt sie zu verstärken.

Alles andere sind Kompromisse, die manchmal nötig sind, aber nicht von uns gefordert werden sollten. Kompromisse, die die Ursachen schonen oder ihre Auswirkungen vergrößern ist nicht Sache von aufstehen und sollte uns von sonst üblicher und leidvoll erfahrener Politik unterscheiden.

Machen wir uns gleich an eins der schwierigsten Themen:

Der Umgang mit den Feldern Ökologie und Ökonomie oder die Frage von Arbeitsplätzen gegen Umwelt.

Am Beispiel der Bewältigung der Folgen der Coronakrise unter den Bedingungen des Kapitalismus und der Diskussion über eine Wirtschaftsförderung der Bundesregierung muss aufstehen sich bewähren, müssen Vorschläge erarbeitet werden, die unserem Anspruch nach linker Politik gerecht werden.

Meist ist die Gegenüberstellung von Arbeitsplätzen und Umwelt bei der Argumentation auch nicht stimmig. Sie unterschlägt, dass man beim Thema Wirtschaftsförderung nicht trennen kann zwischen Arbeitsplätzen im Kapitalismus und Erhöhung der Verfügbarkeit über Kapital durch die Kapitalsten mit entsprechenden Gewinnaussichten. Kein Kapitalist investiert ohne Gewinnerwartung, es gibt keinen Arbeitsplatz, ohne dass ein Unternehmen daraus Gewinne zieht.

Aufstehen kann nicht dafür werben, die Verfügungsmasse über Kapital für Unternehmen z. B. durch Gewinnabsicherung zu erhöhen. Das berührt auch die Frage, ob Krisen durch Wirtschaftswachstum bewältigt werden können und ob aufstehen Vorschläge unterbreiten kann, die diesen erfolglosen Weg beenden.

D. h. aufstehen sollte eine Alternative bieten können zur bisherigen Antworten, die auch in der Linken oft nicht überwunden werden. "Neue" Antworten auf Fragen wie z. B.

  • Arbeitsplätze oder Umwelt
  • Wirtschaftswachstum zur Krisenbewältigung im Kapitalismus
  • Wirtschaftsförderung und Klimaschutz

So kann Green Deal keine Antwort sein, die aufstehen auf seine Fahnen schreibt. Ich stimme also zu, dass auch ein grüner Kapitalismus nicht zu unseren Wahlaussagen gehören kann, weil damit eine Wirtschaftsförderung für die Unternehmen verbunden ist, die bedeutet, ihnen ihre Investitionen abzunehmen ihnen ihr verfügbares Kapital zu schonen oder zu vergrößern und es z. B. der öffentlichen Daseinsvorsorge zu entziehen.

aufstehen sollte für die Schwächung des Kapitalismus eintreten, dem Markt z. B. die ganzen Bereiche der gesellschaftlichen Grundversorgung entziehen und in öffentliche Daseinsvorsorge überführen.

aufstehen sollte die Herausforderung annehmen, hierzu theoretische und praktische Ideen zu entwickeln, die die soziale Lage der Menschen verbessern und gleichzeitig die Ursachen für die soziale Lage zu beseitigen helfen!

 

Hans Jürgen #spandau

 

 

Antwort
Bernd Lachmann
(@bernd-lachmann)
Beigetreten: Vor 6 Monaten

New Member
Beiträge: 4

@hansjuergen_p

 

Lieber Hans Jürgen,

ich danke Dir für Deine Ausführungen, denen ich zustimme. Vielleicht ergeben sich ja mal Möglichkeiten des gemeinsamen Erfahrungsaustausches.

Beste Grüße aus Brandenburg an der Havel nach Spandau

Antwort
hansjuergen_p
(@hansjuergen_p)
Beigetreten: Vor 6 Monaten

Active Member
Beiträge: 7

@bernd-lachmann

 

Machen wir, bin aus aufstehen spandau und auch in der Berliner Gruppe AG Wi&So aktiv. Vielleicht hast du Lust, in der Vorbereitungsgruppe Wirtschaft und Soziales für den Kongress mitzuwirken.

 

Gute Nacht

JHans Jürgen

 

Antwort
Peter Flindt
Beiträge: 16
(@peter-flindt)
Active Member
Beigetreten: Vor 6 Monaten

Eigentlich betrifft folgendes etliche andere Themen auch, die in meiner Ortsgruppe auftauchen und bei einer gemeinsamen Themenfindung wahrscheinlich auch, aber ich nehme das Thema Kapitalismus jetzt mal als ganz offensichtliches Beispiel. Weltweiter Frieden, weltweite Armut o.Ä. wären ähnliche Themen.

Ich persönlich befinde mich da in einem Zwiespalt, ja, mir sind Protestaktionen durchaus wichtig, ich stelle mir aber schon die Frage, ob dass die Passanten wirklich anzieht. "Ja ihr habt recht, dass ist wirklich alles schlimm, und jetzt?"
Nein, nur mit "Dann macht bei der nächsten Wahl ein Kreuzchen bei den Linken" ist diesen Passanten nicht geholfen.
Höchsten noch dann, wenn eine gewisse Masse erreicht ist, wie bei Fridays for Future. Oder eine gewisse Resonanz und international namhafte Fürsprecher, wie z.b. im Fall Assange. Von beidem ist Aufstehen aber meilenweit entfernt.

Ich möchte mal mit folgenden Vergleich einbringen:
Keiner begeht den Jakobsweg um am Gottesdienst in Santiago de Compostela teilzunehmen, der Weg ist das Ziel. Dieser Weg kann durchaus steinig und beschwerlich sein, und man muss das Ziel noch nicht mal im Blick haben, die Befriedigung und das Glück kommt daher auf dem Weg zu sein.

Ich hoffe jemand versteht was ich meine.

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1 Antwort
Peter Sauer
(@peter-sauer)
Beigetreten: Vor 6 Monaten

Active Member
Beiträge: 11

@peter-flindt

Ja, Du hast recht. Unsere aufstehen-Bewegung ist noch lange nicht das was sie sein sollte und der Weg dahin ist mühsam und steinig. Und Menschen, welche immer wieder Steine auf diesen Weg werfen bzw. Gräben über ihn ziehen gibt es leider noch genug. Aber wir sind auf dem Weg, und in diesem Jahr mehr als bisher bei aufstehen.

Mit unseren Vernetzungskonferenzen, der Entscheidung zum Kongress und der Bildung der Arbeitsgruppen sind wir auf unserem Weg ein gutes Stück voran gekommen. Nicht zu vergessen dabei die zahlreichen Aktionen der aufstehen-Basisgruppen in diesem Jahr (gegen Defender 2020, Wohnen, S-Bahn, 75.Jahrestag der Befreiung, Julian Assange u.v.m.). Gute Ergebnisse sind wichtig, aber noch wichtiger ist, dass wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht haben, denn das ist ja die Voraussetzung um an ein Ziel zu kommen. Ich hoffe, dass sich im nächsten Jahr immer mehr Menschen auf unseren Weg begeben und mit uns die Hürden meistern. Auf jeden Fall haben wir gezeigt, dass aufstehen nicht am Ende ist, dass wir offen für Zusammenarbeit mit allen fortschrittlichen Kräften sind, so auch mit dem TV in Berlin.

Wir können also auch mit etwas Stolz sagen: "Wir sind auf dem Weg!" und ich muss ehrlich sagen, dass ich darüber bzw. damit sehr zufrieden bin und diese Entwicklung als echten Lichtblick in diesem "Corona-Jahr" sehe.

Antwort
Andreas Krueger
Beiträge: 1
(@andreas-krueger)
New Member
Beigetreten: Vor 6 Monaten

 Hinweis: Es gibt gute Veranstaltungen zum Thema Kapitalismus und welche Alternativen beim DGB-Bildungswerk - Forum für politische Bildung in Hattingen (Ruhr). Zugleich ist das Programm des DGB-Bildungswerk für das Jahr 2021 raus. Dies kann ich nur empfehlen.

Antwort
Rita
Beiträge: 3
 Rita
(@rita)
New Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Da haben wir nun zwei Themenbereiche: „Alternativen zum Kapitalismus“ und „Alternativen im Kapitalismus“. Ich tendiere eher zu „Alternativen zum Kapitalismus“, obwohl der Weg dorthin vielleicht tatsächlich in vielen verschiedenen kleinen Schritten „im Kapitalismus“ beginnt.

Ich habe mal auf der Webseite von Aufstehen, Leipzig (aufstehen-le.de) gestöbert. Dort gibt es eine Rubrik „Wissen“ und darunter „Neue Ideen & Utopie“. Hier habe ich einen Link auf den Film „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ gefunden. Ich habe mir diesen Film angesehen. Er macht Hoffnung auf einen Weg heraus aus den globalen Abhängigkeiten des Kapitalismus.

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