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Alternativen zum Kapitalismus suchen

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Wolfgang Hauke
Beiträge: 4
(@wolfgang-hauke)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Jahren

Hallo an alle,

ich möchte gerne eine andere Herangehensweise an das Thema wagen: der heutige „liberale“ Kapitalismus transportiert im Kulturalltag, meiner Meinung nach, drei tragische geschichtliche Entwicklungsfehler:

1. Die Wurzel eines imperialistischen und kolonialistischen „Freihandels“ der seine erste Blüte um 1600 n. Chr. mit den Vorgehensweisen der britischen und der niederländischen Ostindienkompanie fand. Dadurch wurde ein „liberal-parasitäres“ und tyrannisches ökonomisches Verhalten zu einer Norm der europäischen „Freihandelsstaaten“.

2. Mit der Begründung des Fabriksystems, der Nationalökonomie und der Industriellen Revolution wurde die traditionelle Formel des Tauschhandels „Ware - Geld - Ware“ in die Formel „Geld - Ware - Geld“ verkehrt, so dass das Ziel der Ökonomie nicht länger im Wohl des Einzelnen und der Allgemeinheit, sondern in der Erwirtschaftung von Profit bestand. Karl Marx hat diese neue ökonomische Formel erkannt und in sein Theoriegebäude integriert.

3. Nach der Einrichtung eines professionellen Fließbandsystems ab 1910 entdeckte Henry Ford, dass er die wachsende Unzufriedenheit der Arbeiter durch eine Lohnerhöhung auf 5 Dollar täglich und durch eine Arbeitszeitverkürzung zum Verstummen bringen konnte, da die Arbeiter durch den neuen materiellen Reichtum und durch die zunehmende Freizeit die Fließbandarbeit in Kauf zu nehmen begannen. Diese Entdeckung führte in den 50ziger und 60ziger Jahren zur Blüte eines sogenannten Fordismus und ließ eine neue Massenproduktion, einen neuen Massenkonsum und eine Massenwerbung entstehen, die bis heute „normal“ geblieben sind. Dadurch hat der einfache Mensch seine kreative und freiheitliche Natur in einer regelrechten Weise für einen materiellen Luxus verkauft und hat die durch die Weltkriege verloren gegangene gemeinschaftliche Lebensversicherung durch ein Streben nach einer materiellen Lebensversicherung ersetzt. Die Gefahren die damit bis heute grundsätzlich einhergehen, bestehen darin, dass der Mensch durch ein Ersatzstreben nach materieller Sicherheit eine bodenlose Konsumsucht entwickelt. Materielle Sicherheiten können die soziale Gemeinschaftssicherheit im Fall einer Naturkatastrophe oder Kulturkatastrophe nicht ersetzen. Daher kann das ständige Streben nach materieller Sicherheit die menschliche Natur nicht wirklich befriedigen, so dass der Mensch ein bodenloses Bedürfnis nach immer mehr materiellen Besitz in der Eigenart einer regelrechten Sucht entwickelt hat.

Der Mensch findet daher aus der immer bedenklicher werdenden kulturellen Gemengelage vor allem dann wieder heraus, wenn er nach einer neuen weltweiten Organisation durch natürliche Gemeinschaften, Gesellschaften und Staatengemeinschaften (EU, USA, etc.) strebt, die sich jeweils autark und heterarchisch organisieren, so dass sich am Ende auch die UNO auf eine demokratische Weise organisiert. Eine solche Organisation hätte den Vorteil, dass die heute völlig frei agierenden Konzerne aufgeteilt und auf eine regelrechte Weise in die verschiedenen Gesellschaften und Staatengemeinschaften eingebunden werden können. Dies würde dem modernen Menschen nicht nur eine grundlegende Sozialversicherung für alle anbieten, sondern auch einen immer wichtiger werdenden Schutz vor globalen Krisenentwicklungen, wie z.B. vor einer Wirtschaftskrise oder einer Pandemie ermöglichen.

Ich habe diese Möglichkeiten in meinem gerade veröffentlichten Buch „Die Erlösung von der unerträglichen Standeskultur durch die heterarchische Demokratie “ weiter ausgeführt und ergänzt. Ihr findet die wichtigsten Buchauszüge unter der Internetadresse: www.die-erlösung-von-der-unerträglichen-standeskultur.de

Ich hoffe, dass die Ausführungen vielen Aufstehern einen neuen Zugang zum Thema eröffnen und zu einer konkreten Vorstellung beitragen, auf welche Weise wir zu einer Erneuerung der Kultur gelangen können, noch bevor der Neoliberalismus ernsthafte Schäden an der Gesellschaft anrichtet.

 

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