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Schreiben an Bundestagsabgeordnete


Hajo Haase
Beiträge: 18
Themenstarter
(@hajo-haase)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Jahren

BILDUNG ist ein Menschenrecht
• ebenso das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard
• sowie das Recht auf Teilnahme am gesamtgesellschaftlichen und kulturellen Leben
Dennoch gibt es immer mehr Schulabbrecher sowie über 7 Millionen Analphabeten. Immer
weniger Jugendliche erfüllen die Voraussetzungen für eine berufliche Ausbildung.
In der Grundschule fallen ca. ein Drittel der Schülerinnen und Schüler (SuS) in ihren
Leistungen zurück.
Die „Spaltung der Gesellschaft“ vertieft sich auch durch unzureichende Bildung weiter.
Warum versagt unser BILDUNGSSYSTEM?
Es scheitert
• an der einseitigen Ausrichtung des Schulsystems auf die Verwertbarkeit der
zukünftigen Erwachsenen in der Arbeitswelt (vgl. Gruber, Elke: Kurze Geschichte des
Bildungsbegriffs),
• an der daraus resultierenden frühen Selektierung,
• an der fehlenden Zeit, einen ausreichend differenzierten Unterricht umzusetzen und an
der teils lebensfremden Bildungsvermittlung,
• an den fehlenden Voraussetzungen, die geeignet wären, Schwächere zu fördern,
Inklusion und Integration umzusetzen und besondere Begabungen, Bedürfnisse und
Neigungen zu unterstützen,
• am fehlenden politischen Willen,
• an unterschiedlichen Gruppeninteressen und an den vorhandenen sozialen
Ungleichheiten,
• an dauerhaft unzureichenden personellen und finanziellen Ausstattungen,
• an den unterschiedlichen Bildungsinhalten und Bildungszielen in den 16
Bundesländern.
Bildung ist nicht auf reines Wissen beschränkt und sollte
• Menschen befähigen, die an sie gestellten Aufgaben bewältigen zu können,
• Menschen befähigen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten nicht nur
ihren Platz im Erwerbsleben zu finden, sondern gesellschaftliche Aufgaben zu
verstehen, zu beurteilen und an ihren Lösungen verantwortungsvoll mitzuwirken,
• den SuS ermöglichen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, ihren Platz in der Gesellschaft
und der globalen Welt zu finden sowie in Geborgenheit ein angstfreies Leben führen
zu können,
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Gemeinsam sind wir stark und können diese Gesellschaft hin zu CHANCENGLEICHHEIT, FRIEDEN,
GEMEINWOHL und SOLIDARITÄT verändern!
Themenraum BILDUNG, CHANCHENGLEICHHEIT und DIGITALES – 01.09.2021
• dazu beitragen, das persönliche Leben mit seinen sozialen Vernetzungen den eigenen
Bedürfnissen entsprechend sinnerfüllend zu gestalten.
Erziehung und Bildung müssen in diesem Sinne auch die Selbstbefähigung der/des Einzelnen
fördern, in ihre/seine gesellschaftlichen, sozialen und beruflichen Aufgaben und Rollen
hineinzuwachsen und diese mitzugestalten.
Mit dem Erwerb verschiedener Kompetenzen (personale, soziale, fachliche, methodische etc.)
werden auch die Fähigkeiten zum lebenslangen Lernen ermöglicht und gefördert. Für eine
solche Bildung wird Zeit benötigt, die in verschiedensten Lebenssituationen zugestanden
werden muss.
Wir fordern die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf
• das Kooperationsverbot (Bund/Land) abzuschaffen,
• einen offenen, demokratischen Diskurs über die Grundvoraussetzungen für
BILDUNG zu führen,
• einheitliche Kerncurricula (ehemalige Lehrpläne) für alle Bundesländer, die den
Ländern begrenzte Freiräume lassen, einzuführen,
• die Personalpolitik im Bildungswesen deutlich zu verbessern.
Das bedeutet für
Kitas
• Die frühkindliche Förderung ist zu unterstützen.
• Elternfreundliche Öffnungszeiten sind zu ermöglichen.
• Betreuungsschlüssel: max. 4 Kinder bis zu 3 Jahren; max. 8 Kinder ab 3 Jahren
Schulen
• Die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte muss an die Lebenswelt der SuS angepasst
werden (Fachdidaktik, Pädagogik, Psychologie, Soziologie etc.), ohne die Lehrkräfte
noch mehr zu belasten.
• Die Rahmenbedingungen für Inklusion und Integration müssen erheblich verbessert
werden.
• Derzeit angewandte Methoden (u. a. Montessori-Elemente) sind auf ihre Fehler bzw.
Schwächen hin zu untersuchen, Erkenntnisse entsprechend umzusetzen und bessere
Fördermöglichkeiten während der Schulzeit zu schaffen.
• Die allgemeine und die berufliche Bildung müssen verbessert und zukunftsorientiert
ausgerichtet werden, um die Lernenden nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ
auf ihr späteres Leben (Arbeitswelt, Gesellschaftliche Verantwortung etc.)
vorzubereiten.
• Für den digitalen Unterricht müssen die technischen Voraussetzungen geschaffen, die
inhaltlichen Anforderungen vermittelt und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen
eingerichtet werden.
• Politische Bildung und Medienkompetenz sind unter demokratischen und kritischen
Gesichtspunkten zu fördern.
Des Weiteren ist die Chancengleichheit zu gewährleisten
Gemeinsam sind wir stark und können diese Gesellschaft hin zu CHANCENGLEICHHEIT, FRIEDEN,
GEMEINWOHL und SOLIDARITÄT verändern!
Themenraum BILDUNG, CHANCHENGLEICHHEIT und DIGITALES – 01.09.2021
Daher fordern wir:
• Elterngeld abschaffen, dafür zum Schuljahresbeginn jeweils Bildungszuschuss für
Benachteiligte in Höhe von 30 € und 50 € ab Klasse 7 zahlen (Klassenfahrten, Kopien,
Verbrauchsmaterialien, Zusatzliteratur usw.) und zur Einschulung
• kostenfreies, gesundes warmes Schulessen
• keine Rückzahlung von BAföG (SuS/Studenten)
• Kinder sollen in den Ganztagseinrichtungen nicht aufbewahrt, sondern in ihrer
Entwicklung gefördert werden (mehr Ganztagsschulen und Vereine einbeziehen)
• Reduzierung bzw. keine Ausweitung von Schulen in freier Trägerschaft und Kürzung
der staatlichen Unterstützung
• Förderkurse und Nachhilfe (in den Hauptfächern) verpflichtend in Ganztagsangeboten
einrichten
• Lernmittelfreiheit (Bücher, technische Geräte für den Schulalltag etc.) auf der
gesamten Bundesebene
Finanzierungsvorschläge zur Realisierung der mit Kosten verbundenen Forderungen
• Diese sind von denen zu tragen, die es sich leisten können.
• Unnötige andere Ausgaben sind zu beenden.
• Statt in Rüstungsausgaben sollte in Heimat-, Katastrophen- und Zivilschutz investiert
werden, wodurch die Infrastruktur gestärkt wird.
• In den Haushaltsplänen (Bund/Land/Kommune) ist unbedingt ein Schwerpunkt auf
das Thema Bildung zu setzen.
• Personen mit einem entsprechend hohen Einkommen (in Anlehnung an das
Durchschnittseinkommen) und Vermögende sollen stärker besteuert werden
(Wiedereinführung der Vermögensteuer).
Ergänzend möchten wir Folgendes zum Ausdruck bringen:
• Die Rahmenbedingungen für Fächer wie Kunst, Musik, Religion oder Sport sollten an
jeder Bildungseinrichtung ermöglicht werden.
• Das große Thema der Digitalisierung ist in seiner Vielfalt und im Zusammenhang zu
betrachten.
• Es ist notwendig, eine unabhängige Kontrollstelle einzurichten, um den
vorherrschenden „Lobbyismus“ oder etwaige Ideologien aus den
Bildungseinrichtungen zu entfernen und fernzuhalten.
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieses Dokument sich nicht auf die Bereiche
- berufliche Bildung (inkl. Fortbildung)
- Erwachsenenbildung
- Hochschulwesen
- Wissenschaft und Forschung
bezieht und weiterer Ausführungen bedarf.