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Gemeinwohl oder Kapitalherrschaft


Oliver
Beiträge: 2
Themenstarter
(@oliver)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

GEMEINWOHL oder

KAPITALHERRSCHAFT

 

Mit der am 17.01.21 beschlossenen Neoliberalismus-Definition setzte die Vernetzungskonferenz die Aufstehen-typische Ziellosigkeit fort. Verfasser Küchler enthält sich jedes Planes, ob und wie Aufstehen den Kampf gegen den Neoliberalismus aufnehmen soll, meint aber, die Einbindung der Linksintellektuellen könne einen Lösungsansatz liefern.

Ein kleineres und zerstritteneres Grüppchen wird in Deutschland wohl niemand finden. Wer sich ein solches zu Zielgruppe und Meilenstein kürt, manifestiert seinen Weg in die Sackgasse und ist überzeugt, ihm stünde die nötige Zeit zum Durchschreiten solcher Irrwege zur Verfügung.

Nach dem Neoliberalismus-Überwindungskonzept der AG Gemeinwohlwirtschaft kommen die Linksintellektuellen von selbst, wenn die Einbindung der Hauptzielgruppen so weit fortgeschritten ist, daß Aufstehen mit der Druckausübung auf die Parteien beginnen kann.

 

Wir halten die von Aufstehen permanent betriebene Suche nach dem größtmöglichen gemeinsamen Nenner für die bestehende Sammlungsbewegung, die immer eine verlangsamte Zielfindung um möglichst alle im Boot zu halten bedeutet, für eine Fehlinterpretation des Gründungsaufrufes.

Könnte es nicht möglich sein, daß eine schnellstmögliche Konkretisierung auf eine Bewegung der sozial-ökologischen Wirtschaftswende analog der 2010 von Felber in Österreich gegründeten, nur mit verbessertem Konzept beabsichtigt war?

Weshalb soll die Vision der Gemeinwohlwirtschaft denn nicht den ewig von Aufstehen beschworenen, größtmöglichen gemeinsamen Nenner bilden können? Welche anderen Wirtschaftsmodelle könnten im gegebenen Zeitrahmen noch größere Konzessionen an die Ökologie- und Klimabewegung, die prekär Beschäftigten und Arbeitslosen, Gewerkschaften, Friedens-aktivisten und Kämpfer für eine gerechte Weltwirtschaft bieten?!

 

Welche Ansprüche hegt Aufstehen, wenn man dort glaubt, solche Lösungsansätze basisdemokratisch ignorieren zu können? Wann schaffen unsere Fragen es, auf die Tagesordnung der Vernetzungskonferenzen gesetzt und von den Kongreß-vorbereitungsgruppen behandelt zu werden?

Will Aufstehen sich des zur friedlich-demokratischen Umgestaltung der Gesellschaft verbleibenden Zeitfensters bewußt werden oder den Prozeß der Errichtung einer kapitalistischen Diktatur in Deutschland systemdienlich begleiten?

Eine Bewegung der sozial-ökologischen Wirtschaftswende zeichnet sich aus durch Klarheit in der Zielsetzung, Einfachheit der Argumentation, Entschlossenheit in der Umsetzung und Aktionsbereitschaft zur Erzielung der Öffentlichkeitswirksamkeit!

Wer Aufstehen mit uns dahin wandeln will und weitere Informationen benötigt, meldet sich unter:

ag.wirtschaftswende@aufstehen.de

 

Oliver Matern

AG Gemeinwohlwirtschaft

1 Antwort
Ottopeter
Beiträge: 4
(@ottopeter)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Das Ziel kann nicht sein unsere Gesellschaft weiterhin nur untwer dem Gesichtspunkt der Funktionen zu begreifen,die sich mit der Materiellen versorgung beschäftigen. das führt unweigerlich dazu weiterhin den Kräften des Materialismus den Vorrang zu geben. Aus Materieller betrachtung aber kann nicht der tätige, nur der  theoretische Wille zur Veränderung entstehen. Das hat die geschichte seit Marx und Engels gezeigt. Alle theoretisch begründeten Gesellschaftsanalysen, die sich ausschließlich mit den Bedingungen der Verteilung der materiellen Güter beschäftigten sind in der geschichte gesteigert und haben nur zu Diktaturen geführt, die auf ihre Art einen Kapitalismus umgesetzt haben.

 Wir müssen da anders heran gehen.

ALs Anregung stelle ich folgenden text zur Diskussion:

Ottopeter Flettner 2021

Die Teilhabe aller am Gemeinwesen

 

Die Teilhabe aller am Gemeinwesen zu organisieren und zu sichern ist vordringlichste Aufgabe aller Staatlichen und gemeinschaftlichen Organisationen.

Dies zu bewirken ist das edelste Ziel aller politischen Arbeit. Op. Flettner 2019

Wir sind nicht verdammt den negativen Strömungen unserer Gesellschaft hilflos aus geliefert zu sein.

Wir können sie verändern!

Dazu einige Betrachtungen vor weg.

Wenn wir heute die, in der Breite der an Veränderung Interessierten, vorhandenen Vorstellungen von Veränderungen unserer Lebensbedingungen betrachten, dann finden wir eigentlich nur solche vor, die sich mit der Veränderung der Materiellen Grundlagen des Zusammen Lebens in einer Gesellschaft beschäftigen.

Diese können auf den Gedanken von Marx und Engels fußen, oder denen von Machiavelli. Sie beschäftigen sich mit der Frage des Privatbesitzes von Eigentum und Produktionsmitteln, oder mit der Verteilung dieser zum Wohle der Gemeinschaft, entweder in die Hände der Fortschritts treibenden oder in die Hände der Allgemeinheit.

ALL DIES FÜHRT IMMER; EGAL IN WELCHER COLEUR; ZU EINER MATERIELLEN AUSRICHTUNG UNSERER GESELLSCHAFT.

Ich möchte das einmal von einer anderen Seite angehen.

Dazu ist ein Gesamtblick auf die Gemeinschaft mit ihren unterschiedlichen Bereichen in der Bewältigung der sich stellenden Aufgaben nötig. Dieser Gesamtblick muss unabhängig von der Einstellung zum Besitz oder sonstiger Ideologischer Färbung sein . Dieser Blick auf den Besitz kommt dann später, das bleibt nicht aus, ebenso wenig, wie Anderes nicht ausbleiben kann.

 

Die Menschliche Gemeinschaft als Organismus oder der Organismus des menschlichen Gemeinwesens.

 

Blicken wir auf den Organismus des gemeinsamen Handelns und Wirken in einer menschlichen Gesellschaft, so ergeben sich unterschiedliche Aufgabenbereiche, die entsprechend ihrer unterschiedlichen Funktion im Gemeinwesen der menschlichen Gesellschaft, unterschiedlich organisiert sein müssen, wenn sie ihre Aufgabe, nach den menschlichen Bedürfnissen ausgerichtet, erfüllen sollen.

Zunächst blicken wir auf die Gemeinschaft insgesamt und sehen so 3 verschiedene Aufgabenbereiche, die ich einmal der Unterscheidung willen wie folgt benennen will

Da haben wir zu aller erst den Bereich, der all das umfasst, was im weitesten Sinne das beinhaltet, was die menschliche Entwicklung und Selbstwahrnehmung umfasst.

Ich will es einmal als das Geistige Leben in der Gesellschaft bezeichnen.

Als nächstes können wir den Bereich in der Gesellschaft benennen, der sich mit der Bewältigung der physischen Bedürfnisse der Menschen befasst.

Ich will ihn als das Wirtschaftliche Leben bezeichnen.

Wenn wir nun die von den geistigen und physischen Bedürfnissen geleiteten Bereiche sehen, den Geistes Bereich (Kultur, Wissenschaft, Information u.Bildung) und den Wirtschafts- Bereich, so erkennen wir, dass beide Bereiche mit einander auf das vielfältigste verbunden sind und sich in gegenseitiger Wechselwirkung beeinflussen. Um angesichts dieser intensiven Wechselwirkung die Eigenständigkeit ihres jeweiligen Aufgabencharakters zu erhalten, benötigt es einen dritten Bereich, der die Beziehungen dieser Aufgabenbereiche untereinander so wie deren eigenständige Organisationsformen ebenso, wie die Beziehungen der Menschen untereinander, regelt. Diesen Bereich möchte ich das Rechtsleben nennen.

Wir sehen also nun 3 Bereiche in unserer menschlichen Gesellschaft mit unterschiedlichen Aufgaben, und damit auch unterschiedlichen Anforderungen an ihre Struktur und Organisation.

 

Es sind dies,

das Geistige Leben,

das Wirtschaftsleben und

das Rechtsleben

 

Wie nun diese drei unterschiedlichen Bereiche entsprechend ihres Wesens eine im besonderen gestaltete Organisation verlangen, das wollen wir im nächsten anschauen.

Fangen wir einmal als erstes mit dem Geistigen Bereich einer menschlichen Gemeinschaft an.

Dieser Bereich beinhaltet alles, wo der Mensch sich vornehmlich mit den Mitteln seines Geistes betätigt. Er denkt nach, er erfindet, er komponiert, er schafft Kunstwerke, er schafft Wissen, er kommuniziert, er lehrt und lernt u.s.w.

Wenn man nun die Menschen befragt, und wir können auch uns selbst befragen, wenn wir also die Frage stellen, ob Du, oder ich, als Mensch in einer Gesellschaft von Menschen, diese Tätigkeiten unter irgend einer Art von Einschränkungen vollziehen willst, also etwa, ob Du Dein Denken von irgend jemand oder irgend etwas eingeschränkt wissen willst, u.s.w., dann kommt man recht schnell darauf, dass alles das, was zum Bereich der Tätigkeit im menschlichen Geist gehört, sich unter einer Einschränkung, egal welcher Art, nicht wirklich entfalten kann. Wir sehen also, der Bereich in der Gesellschaft, der sich mit Dingen des Geistes befasst verträgt keine Einschränkung, egal welcher Art.

Nein, diese Tätigkeit benötigt etwas ganz anderes als Einschränkung, egal welcher Art.

Diese geistige Tätigkeit kann nur auf dem Boden uneingeschränkter Freiheit wachsen und gedeihen.

Das meint Schiller, wenn er seinen Don Carlos seinem Vater entgegen rufen lässt: "Geben sie Gedankenfreiheit, Sir!"

Der Bereich einer Gesellschaft in der es um die Geistige Entwicklung geht, kann nur auf dem Boden der Freiheit gedeihen.

Und diese Freiheit des Geistes in allen Belangen einer Gesellschaft muss der dritte Teil der Gesellschaft, das Rechtswesen, garantieren und der 2 Bereich der Gesellschaft, das Wirtschaftsleben muss diesen Bereich materiell ermöglichen.

Denn er, dieser Wirtschaftsbereich,

hängt von der Entwicklung des Geistesleben in hohem Maße ab. Die Wirtschaft wird durch das Geistesleben in vielfältiger Weise befruchtet.

Um diesen Zusammenhang zu erkennen, stelle man sich nur einmal vor, die Wirtschaft müsse ohne all die geistigen Anstrengungen, aus denen die unterschiedlichsten und höchst effektiven Methoden der Produktion entstanden sind und weiter entstehen, aus kommen.

Es wäre überhaupt nicht möglich irgend etwas zum Wohle der Gemeinschaft zu produzieren. Der Jäger in der Uhrzeit hätte ebenso wenig ein Stuck Fleisch erlangen können, wie wir in unserer heutigen Gesellschaft kein Stück Nahrung oder Bekleidung oder unsere heutigen Kommunikationsmittel, oder Unsere Mobilitätsmittel hätten erlangen können, ohne dass die Kräfte des Geistesleben auf die des Wirtschaften eingewirkt hätten.

 

Diese Beziehung muss einen Niederschlag im Bereich der allgemeinen rechtlichen Verhältnisse finden. Wobei wir bei den Aufgaben und der Organisationsform des 3.Bereichs,

des Rechtswesen wären

Aber lasst uns zuvor noch einmal auf das Wirtschaftswesen hinschauen, dass in so erheblichem Maße von dem Geistesleben profitiert.

Wir erleben heute in fast allen Bereichen des Wirtschaftslebens, ein sich in hohem Maße verselbstständigtes Wirtschaftsleben.

Diejenigen, die wirtschaften oder die Regeln für das Wirtschaften auf stellen sind besessen von dem Gedanken, es müsse immer mehr, immer billiger und immer schneller produziert werden. Diesem Ziel ist alles untergeordnet. Es muss immer mehr und schneller ein materieller Mehrwert erzeugt werden.

Nun sehen wir diesem Bestreben gegenüber ein durchaus schwaches, ja geradezu höriges Geistesleben. Forschung und Lehre wird in wichtigen Teilen von der Wirtschaft durch Forschungs- und Entwicklungsaufträge ebenso gesteuert, wie die Bildung durch von Wirtschaftsverbänden und Stiftungen erarbeiteten Bildungskonzepten.

So wird in der heutigen Zeit das Geistesleben unserer Gesellschaft hauptsächlich durch die oben beschriebenen Interessen der Wirtschaft angeregt und gar gesteuert.

Welche Impulse aus dem Geistesleben kann man in einer solchen Situation für das Wirtschaften erwarten? Doch gewiss keine anderen als eine Bestärkung des immer mehr, immer billiger und immer schneller.

Es werden Unsummen ausgegeben um den Konsum dieser auf diese Weise produzierten Waren und Leistungen zu ermöglichen. Eine hohe Energie und geistige Leistung wird heute in dem Bereich der Werbung und der Konsumförderung im allgemeinen investiert.

Dagegen wird recht wenig geistige Leistung darauf verwendet, Produkte zu ihrem tatsächlichen Wert für die Gemeinschaft zu befragen, oder gar Regeln und Richtlinien zu formulieren nach denen so produziert werden soll, dass es den Menschen zu Gute kommt und nicht ausschließlich der Vermehrung des eingesetzten Kapitals.

Wir erleben also heute, dass das Geistesleben als solches ein recht schwaches in unserer Gesellschaft ist und im wesentlichen nach dem Diktat der Wirtschaft ausgerichtet ist. Wenn also aus dem Bereich des Geistesleben zu wenig Impulse in das Wirtschaftsleben gesendet werden, so verstärkt sich im Sinne eines Ungleichgewichts die Impulse des Wirtschaftslebens in das Geistesleben und sucht dieses zu seinen Zwecken zu knechten.

So gesehen sind wir heute mit unseren geistigen Fähigkeiten in weiten Strecken nichts anderes als Sklaven der Wirtschaft und bei weitem keine freien Denker und Schöpfer.

Das fatale dieses Ungleichgewichtes ist, dass beide Bereiche darunter kranken und leiden.

Wie leidet die Wirtschaft unter diesem Ungleichgewicht?

Sie verliert ob der Fokussierung auf das Ziel, immer schneller billiger mehr produzieren zu wollen, den eigentlichen Zweck des Wirtschaften aus dem Sinn, nämlich dem Menschen zu dienen und ihm als freien Geist die physische Grundlage seiner Existenz zu gewähren.

Wird dieses Ziel aus den Augen verloren und unter der Prämisse des immer schneller, immer mehr und immer billiger produziert, entsteht ein erhebliches Überangebot an Waren und Dienstleistungen zu Lasten der Lebensbedingungen der Menschen, die in diesen Wirtschaftsprozess eingebunden sind.

Es werden Kriege geführt um immer billigere Produktionsstränge mit billigeren Rohstoffen und billigeren Arbeitskräften auf bauen zu können. Allein in Verfolgung des Ziels: „Immer billiger, immer schneller, immer mehr.“ Ein Ziel, dass in seiner Verfolgung unweigerlich an den Bedürfnissen der Menschen vorbei produziert und zu immer mehr Knechtschaft führt.

 

Jean Ziegler, Soziologe, Autor und UNO- Beauftragter, nennt das:

ein kannibalisches System“.

 

Es ist ein System, dass immer mehr die Richtunggebende Kraft durch die dem Menschen eigene geistige Kraft verliert und beginnt den Menschen selbst als Störfaktor zu begreifen und ihn zu vernichten, da wo er diesem immer mehr, immer schneller und immer billiger im Wege steht.

 

Es bedarf also eines mutigen und freien Geistes dies zu ändern und dem Wirtschaften Regeln zu geben, die es wieder als Diener des Menschen und nicht als Diener des Geldes und seiner Vermehrung wirken lassen.

Wie dies geschehen kann ergibt sich aus den weiteren Betrachtungen.

 

Wie sieht nun aber in diesem Dreiklang die Aufgabe des Rechtslebens aus?

Wie muss das Rechtsleben strukturiert sein, Was ist die grundlegende Ausrichtung seines Handelns?

 

Ebenso, wie das Geistesleben auf die Art und Weise des Wirtschaftens ein wirkt, so muss auch aus dieser Richtung die inhaltliche Ausgestaltung der Regeln kommen, die durch das Rechtsleben das vielfältige Miteinander der unterschiedlichen Strukturen und Menschen regelt .

Diese Regeln können nur auf der Grundlage der Gleichheit aller, in demokratischen Prozessen, gestaltet und beschlossen werden.

 

So gesehen haben wir in den drei Gliedern der Gesellschaft folgende unterschiedlichen Ausrichtungen und Bedingungen für den Vielfältigen Zusammenhang der drei untereinander.

Das Geistesleben, zu dem alles zählt, was mit geistiger Tätigkeit zu tun hat, also mit der Bildung, der Schaffung von Kultur, der Wissenschaft u.s.w., kann nur auf der Grundlage von bedingungsloser Freiheit wachsen und gedeihen. Nur diese Freiheit ist die Quelle der Kraft für das Geistesleben in der Gesellschaft.

Nun darf man diese Dinge aber nicht als in der Idee vollkommen voneinander losgelöste Bereiche der Gesellschaft betrachten.

Darüber wie diese zusammenhängen, habe ich Eingangs einen ersten Einblick dargestellt.

 

Das Wirtschaftsleben zu dem alles zählt, was damit zu tun hat, die physische Existenz des Einzelnen und der Gesellschaft im gesamten im Einklang mit der uns umgebenden Natur ab zu sichern, kann dies nur bewältigen, wenn das Tun im Wirtschaften nach den Grundsätzen des sozialen Handelns aus gerichtet ist. Also des Handelns im Dienst des Anderen, im Dienst dessen, mit dem wir in einem sozialem Zusammenhang uns befinden. Nur so kann der wirtschaftliche Bereich einer Gesellschaft, so weit man ihn hier einmal, der Einfachheit der Betrachtung wegen, als solchen eigenständigen Bereich betrachtet, seine gesellschaftliche Aufgabe erfüllen.

 

Das Rechtsleben hat nach dem Bedürfnis der Menschen miteinander zu leben, zu lernen, zu wirtschaften , diese Beziehungen auf demokratischer Grundlage zu regeln. Bei der Entstehung dieser Regeln, dieser Rechtsnormen müssen diejenigen, die davon betroffen sind, in demokratischer Manier eingebunden sein. Es dürfen keine Regelungen, abgehoben von dem Willen derer, die davon betroffen sind, entstehen.

 

So gibt es im tatsächlichen Zusammenwirken von Menschen immer Dinge, die ineinander greifen.

Betrachten wir als Beispiel eine Schule.

Schule deswegen, weil wir Eingangs schon beobachten konnten, dass unsere Gesellschaft heute von einem „Fremdbestimmten Geistes und Rechtsleben“ geprägt ist und darunter leidet.

Also zur Schule:

In dieser Einrichtung kommen Menschen der unterschiedlichsten Absichten zusammen.

Im Ganzen kann man die Schule als eine Einrichtung des Geisteslebens betrachten. Als solche muss sie auf dem Grund der absoluten Freiheit organisiert sein.

Sie ist aber auch ein Teil des Wirtschaftens, denn die Schule selbst, wie auch die Menschen, die mit ihr in unterschiedlichster Weise verbunden sind, haben wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen und haben Bedürfnisse an das Wirtschaften und dessen Ergebnisse. Dieses wirtschaftliche Handeln innerhalb der Schulgemeinschaft kann nur erfolgreich für alle Beteiligten sein, wenn es nach Richtlinien des brüderlichen, oder sozialen Handelns ausgerichtet ist.

Die Verhältnisse der an dieser Schule beteiligten Menschen untereinander bedürfen einer rechtlichen Regelung, die das Wirtschaften ebenso wie das Lehren und Lernen regelt. Diese Regeln können nur auf der Grundlage von Gleichheit aller Beteiligten, demokratisch aufgestellt werden.

 

Immer sind es diese Drei, nach denen sich das Zusammensein und Wirken von Menschen orientieren und gestalten muss, wenn es dem Menschen dienen soll.

Die Freiheit im Geiste, die Brüderlichkeit im Wirtschaften und die Gleichheit in den rechtlichen Regelungen.

 

Schauen wir uns einmal das Beispiel Schule , etwas tiefer an.

Wenn ich oben sagte:

Im Ganze kann man die Schule als eine Einrichtung des Geisteslebens betrachten. Als solche muss sie auf dem Grund der absoluten Freiheit organisiert sein.“

So bedeutet das in erster Linie, dass das Zusammenkommen der Menschen, die in dieser Schule wirken, ein freies Zusammenkommen sein muss. Es kann und darf niemanden außerhalb dieser schulischen Gemeinschaft darüber bestimmen, wer dort zu lehren, wer dort zu lernen und wer dort zu verwalten, oder sonstige Dinge zu erledigen hat.

Ebenso darf niemand außerhalb dieser Schule darüber bestimmen, was dort gelehrt und wie gelernt wird, als diejenigen, die an dieser Schule in Gemeinschaft zusammenkommen, also die Lehrer, die Schüler, die Eltern, und sonstige an der Schule tätige Menschen.

Diese alle zusammen haben in völliger Freiheit gemeinsam darüber zu beschließen, welche Inhalte in welcher Art und Weise von wem, wann und wie vermittelt werden.

Es darf also kein außerhalb der Schule wirkender, z. B. Ein Ministerial Beamter, der noch nie an einer Schule war und auch die Verhältnisse dieser Schule im speziellen nicht aus dem eigenen Erleben kennen kann, über die Belange dieser Schule bestimmen. Alle an der Schule Wirkenden hingegen müssen in absoluter Freiheit sich zu bestimmten Inhalten und Dingen einigen können, untereinander gemeinsame Regeln des Miteinander finden und beschließen können, ebenso sollen die eigenen, von der Gesellschaft zur Verfügung gestellten Finanzen in völliger Selbstbestimmung nach den Regeln, die die Beteiligten untereinander getroffen haben, verwaltet werden können.

Wie kann man sich nun das wirtschaftliche Verhältnis zwischen der einzelnen Schule und der allgemeinen Gemeinschaft vor stellen?

Wir können den Gedanken hegen, dass eine Gesellschaft als Gemeinschaft, sei es als Staat, Land, oder Gemeinde, darüber übereinkommt, dass Bildung im allgemeinen unerlässlich ist um die Menschliche Gemeinschaft zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Deswegen wird idealer Weise im Bereich des Wirtschaftens beschlossen einen bestimmten Anteil des wirtschaftlichen Ergebnis zur Ermöglichung von Bildung bereit zu stellen. Diese so gesammelten Mittel werden nun z.B. jedem Schüler, jeder Schülerin, die sich in ein Bildungsverhältnis begibt, zur Verfügung gestellt. Diese Mittel bringt er / sie in die Gemeinschaft der Schule ein. Über deren Verwendung bestimmen dann alle an der Schule Beteiligten in freier Beratung und erstellen darüber rechtlich verbindliche Regeln.

Nun könne man dagegen einwenden, dass bei einer solchen in Freiheit geregelten Bildung, die Chancengleichheit nicht gegeben sei und diejenigen, die aus Bildungsnahen Haushalten kommen, eher sich für eine umfassende Bildung einsetzen und diese realisieren, wie solche, die aus einem Bildungsfernen Umfeld kommen.

Das heutige staatliche, von den Vorgaben der Stiftungen aus der Wirtschaft gestaltete Bildungssystem ist offensichtlich nicht in der Lage diese Ungleichheiten aus zu gleichen, auch wenn es immer wieder als Ziel zur Beruhigung breiter Teile der Bevölkerung proklamiert wird denn, alle Schüler und Schülerinnen werden über einen Kamm geschert und nicht entsprechend ihrer eigenen Fähigkeiten unterrichtet. Das bedeutet, dass sie im weiteren Verlauf durch das Bildungssystem immer weiter zurück bleiben, da die Lehrer nicht die pädagogisch notwendigen Möglichkeiten haben, auf die besonderen Belange des Kindes im Einzelnen ausreichend ein zu gehen.

Wäre es da nicht besser, wenn Lehrer/innen und Lernende in Freiheit zusammen kommen und in dieser freien Gemeinschaft so auf einander zu gehen und mit einander umgehen können, wie es aus den Besonderheiten dieser Gemeinschaft notwendig erscheint?

Wie sieht es denn heute aus? Diejenigen, die es sich wirtschaftlich leisten können, schicken ihre Kinder auf so genannte private Schulen, die zwar das vom Staat vorgeschriebene Bildungsziel anstreben, es aber auf andere Weise tun können, als die Lehrer/innen bei den staatlichen Schulen.

Die Lehrer dieser privaten Schulen sind, wegen des Engagements der Eltern in finanzieller Hinsicht und den dadurch erweiterten Möglichkeiten, in ihrem Arbeiten mit den Schülern wesentlich freier als die Lehrer/innen an den staatlichen Schulen.

Was also liegt da näher, als alle Schulen als etwas zu begreifen, das nur in Freiheit gedeihen kann und so die Beteiligten in Freiheit die für sie beste Art des Miteinander finden können?

Hierzu ist allerdings eine Inhaltlich unabhängige Finanzierung, etwa in der Art wie oben beschrieben, notwendig.

Eine Absicherung der physischen Bedürfnisse der Einrichtung, die dem geistigen Leben der Gesellschaft zu zu ordnen ist, ist durch die Gesetzgebung auf der Grundlage der Gleichheit aller Beteiligten, dem Wirtschaftsleben als Aufgabe zu stellen.

Diese Forderung ergibt sich nicht aus einer ideologischen Perspektive das Zusammenleben der Menschen betreffend, sondern einfach aus der Wahrnehmung des Organismus der Gesellschaft in seiner Gestalt.

Wer mit ideologischen Überzeugungen an die Gestaltung unseres Zusammenlebens heran geht, wird die tatsächlichen Aufgaben, die das Leben an unsere Gemeinschaft stellt, verkennen und nicht zur Genesung der selben etwas beitragen.

Betrachten wir beispielhaft einmal eine Produktionsstelle

.

Sie ist, das ist nach dem bisher gesagten unschwer zu erkennen, ein Teil des Wirtschaftslebens.

Als Beispiel will ich einmal eine Organisation innerhalb des Wirtschaftsleben betrachten, die Energie erzeugt und diese der Allgemeinheit der Gesellschaft zur Verfügung stellt.

 

Fortsetzung folgt.

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