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Alternativen im Kapitalismus suchen

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Tobias Rieger
Beiträge: 1
(@tobias-rieger)
New Member
Beigetreten: Vor 8 Monaten

Ich bin neu im Forum. Ich komme aus der Regionalgruppe in Schwerin.

Zu dem Thema Alternativen für den Kapitalismus  oder im Kapitalismus würde ich gern folgendes schreiben:

Bevor ich kurz nach Gründung zu Aufstehen gekommen bin, habe ich mich mit der Frage beschäftig: Kann das Klimaproblem mit diesem Wirtschaftsystem gelöst werden? Ständiges Wachstum, Erhaltung  von Wirtschaftsbereichen, auch wenn sie CO² in Massen ausstoßen, usw. Dabei bin ich auf die Gemeinwohlökonomie ( GWÖ)als alternatives Wirtschaftsmodell gestoßen. Vielleicht ist es euch ja bekannt. Dieses Modell finde ich sehr interessant. Ich würde es gut finden, wenn innerhalb von Aufstehen dieses Modell und auch andere Systeme zu mindestens als Diskussionsgrundlage stehen. Schnellen Zugang hat man über die Internetseite: https://web.ecogood.org/de/ . Christian Felber hat das Buch „Gemeinwohlökonomie“ geschrieben. Hinweise auf andere alternative Wirtschaftsmodelle findet ihr dort auch. Die GWÖ stellt sich auch nicht als Allheilmittel da.

Ich hatte damals die Hoffnung, dass man bei Aufstehen über diese Themen diskutieren kann und  wenn Aufstehen tatsächlich sich etabliert,  die Politik beeinflussen kann. Aufstehen wurde ja sozusagen auch von Vertretern verschiedener Parteien gegründet, da ist doch die Verbindung zur Politik.

Wenn man auf die Internetseite  von der Gemeinwohlökonomie geht, kann man sehen, dass über Erdteile hinaus eine Bewegung entstanden ist. Auch in Deutschland ist sie verbreitet. Wir in der Regionalgruppe Schwerin haben mit Vertretern dieser GWÖ-Bewegung aus  Hamburg Kontakt aufgenommen und uns in einer Videokonferenz informieren lassen. Die Hamburger organisieren auch monatlich einen „Neuen Treff“  an dem Interessierte  über Videokonferenz teilnehmen können. Über die Internetseite findet ihr Kontaktmöglichkeiten.

Dieses System der GWÖ hat Antworten auf die Fragen, die  in diesen Foren gestellt werden. Es steht  für ökologisches, soziales, solidarisches, demokratisches  und menschenwürdiges Handeln. Unternehmen, die danach handeln werden gefördert und setzen sich gegenüber profitorientierten Unternehmen durch. Nachhaltige Produkte werden dadurch am günstigsten sein. Ein Kernpunkt ist, dass Firmen vor allem eine Gemeinwohlbilanz erstellen müssen. Danach werden die Firmen beurteilt. Auch die Finanzwirtschaft und vieles mehr richtet sich nach den Gemeinwohlprinzipien und würde anders funktionieren.

Interessant ist auch in dieser Hinsicht das Buch von Sarah Wagenknecht „ Reichtum ohne Gier „ Da geht es z. B. um die Strukturierung von Firmen, in dem Firmen allen Mitarbeitern gehören. Ich habe da ein interessantes Video gesehen, wo die Gründer bewusst nicht als Inhaber stehen. Diese Firmen sind erfolgreich.  Hier gibt es auch Parallelen zur GWÖ.

Ich bin der Meinung, wenn es durchdachte Konzepte gibt, müsste man diese auf breiter Basis diskutieren. Dieses System ist in der Bevölkerung noch viel zu unbekannt. Wäre es bekannt, könnte ein Nachdenken vielleicht entstehen. Viele spüren, dass es so nicht weiter gehen kann. Parteien könnten auch zu Stellungnahmen gebracht werden.

 

Antwort
Werner
Beiträge: 1
(@werner)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

"Armut bekämpfen, höhere Löhne fordern, Grundsicherung und Alternative Wirtschaftsformen entwickeln" - aber wie ?

 

Versuchen wir es doch mal mit einem bedingungslosen Grundeinkommen !

Eines der Hauptübel des kapitalistischen Systems ist die Konzentration von Vermögen und Einkommen in einer ziemlich kleinen Schicht - vor allem der oberen 1 %. Ca. 95 Prozent der Erwerbstätigen verdienen weniger als 6.500 € brutto im Monat. Bis zum Eintrittsinkommen der reichsten 1 % - je nach Quelle rund 10 -12.000 € im Monat - steigt es noch relativ moderat an; dann geht es aber steil hoch : 0.5 % verdienen mehr als 500.000 € im Jahr, und es gibt rund 23.000 Einkommensmillionäre, die durchschnittlich 2,7 Millionen € im Jahr verdienen.

 

Demgegenüber stehen fast 9 Millionen Arbeitnehmer, die im Niedriglohnbereich beschäftigt sind, weniger als 10,90 Euro brutto verdienen. Dazu kommen knapp 7 Millionen Empfänger von Hartz 4.

 

Was liegt näher, als die soziale Lage von Millionen durch ein Umverteilung von oben nach unten grundlegend zu verbessern ?

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE hat ein überzeugendes Modell dafür ausgearbeitet. Es sichert ein Grundeinkommen von 1180 € im Monat. Monatseinkommen bis 6.500 Euro haben bei dem Modell einen Einkommensvorteil. Mit einem Grundeinkommen sind 95 % der Bevölkerung erheblich besser bis annähernd gleich gestellt sind. Dies wird durch eine erhöhte Staatsquote (Verhältnis der Staatsausgaben zum Sozialprodukt) von 67% erreicht.

 

Ich habe auf der Beteiligungsplattform Consul einen Vorschlag dazu veröffentlicht , der sich darauf stützt.

https://aufstehen-consul.de/proposals/2-bedingungsloses-grundeinkommen

 

Meldet euch doch bitte dort an und unterstützt ihn !

 

Und hier könnt ihr eure Stimme für die Europäische Bürgerinitiative für das bedingungslose Grundeinkommen abgeben:

https://www.ebi-grundeinkommen.de/

 

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QUELLEN

 

Arme Oberschicht: So lebt das reichste Prozent der Deutschen

FAZ; von Hendrik Ankenbrand und Patrick Bernau, 29.05.2011-22:39

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/arme-oberschicht-so-lebt-das-reichste-prozent-der-deutschen-1637673.html

 

Millionäre: So viele Deutsche verdienen eine Million pro Jahr. CAPITAL, von Nina Jerzy

24. Juni 2020

https://www.capital.de/karriere/so-viele-deutsche-verdienen-eine-million-pro-jahr

 

Wir sind die Superreichen

Klaus Gründler und Norbert Berthold, 14.11.2017; Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

https://www.ifo.de/node/43216

 

Unser Grundeinkommen

Das emanzipatorische Grundeinkommen der BAG

Grundeinkommen in und bei der Partei DIE LINKE

https://www.die-linke-grundeinkommen.de/fileadmin/lcmsbaggrundeinkommen/PDF/NeufassungBGE_dinA5_22Okt._01.pdf

 

Der Niedriglohnsektor in Deutschland ist größer als bislang angenommen. Markus M. Grabka, Carsten Schröder DIW Wochenbericht 14 / 2019, S. 249-257

https://www.diw.de/de/diw_01.c.618203.de/publikationen/wochenberichte/2019_14_3/der_niedriglohnsektor_in_deutschland_ist_groesser_als_bislang_angenommen.html

Presse Zahl der Empfängerinnen und Empfänger sozialer Mindestsicherung 2019 um 4,7 % gesunken
Erstmals weniger als 7 Millionen Leistungsempfängerinnen und -empfänger
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/10/PD20_434_228.html

 

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